Bericht 68.Pfingstregatta Röbel-Müritz 2019

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68.Pfingstregatta Röbel-Müritz 2019 vom 08.06.2019 – 09.06.2019

Ausrichtender Verein war der Röbeler Segler-Verein „Müritz“ e. V. (u.a. in der 2. Segelbundesliga vertreten)

Die Wettfahrten gelten für Pirat, Europe, Seggerling und 20er-Jollenkreuzer als Ranglistenregatten und für die Optimisten waren es die Kreis Kinder- und Jugendsportspiele des Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Leider war unsere Klasse wieder nur mit 6 Booten vertreten. Die Piraten und Europe hatten mit 19 und 13 Booten da deutlich mehr zu bieten.

Am Samstag sollte ein Up and down – Kurs 3mal gesegelt werden. Für Sonntag war eine Langstrecke geplant. Die Wertung am Sonntag ging in die Klassenwertung mit ein und wurde auch separat als Pfingstpokal gewertet.

Am Anreisetag wurde ein gemütlicher Klönabend im Regattahafen am Grill mit Imbiss durchgeführt.

Samstag: 9:45 Uhr Steuermannsbesprechung, 10:00 Uhr rausfahren, gegen 11:10 Uhr 1.Start für die Seggerlinge – 4.Start nach Klassen. – Soweit der offizielle Plan. Wetter: knapp über 20 °C, Sonne, Wolken in grau und weiß, Wind angesagt 4- 5 Bft. Bisher alles in Ordnung.

Wir fahren also raus. Vor dem Hafen keine Welle und der Wind ist etwas böig aber alles gut machbar. Wir segeln mit achterlichem Wind in Richtung Müritz. Der Wind nimmt etwas zu in den Böen und die Welle wird größer, je weiter wir hinausfahren. Sven kommt von hinten vorbeigeflogen und Bernd von vorne und fährt wieder rein. Thomas und Ben fahren etwas weiter unter Land. Ben segelt mit Silkes Boot. Ich will von achterlichem Wind in den Halbwind und bekomme so viel Druck, dass mein Boot sich auf die Seite legt. Zum Glück habe ich es noch geschafft auf das abgeklappte Schwert zu klettern. Da das Segel nur knapp unter Wasser war, bekomme ich es schnell wieder hoch und komm trocken in den Seggerling. Durch die Wellen habe ich mehr Wasser als normal im Boot und das Trockensegeln mit einer Lenzklappe dauert etwas. Ich fange langsam an zu grübeln. Bevor ich zum Start fahre, versuche ich erst mal mich an der Tonne 1 aufzuhalten. Ich versuche mir einen Überblick zu verschaffen. Sven und Guido sind elendig weit weg. Das blau-weiße Segel ist kaum noch zu erkennen. Der Start scheint am anderen Ufer der Müritz zu sein. Ich weiß wie groß die Müritz ist. Thomas und Ben kann ich nicht mehr sehen. Ich zweifele: Es geht noch/ die Strecke ist so lang, da fährt man ewig auf einem Bug/ jetzt bin ich rausgefahren und könnte wenigstens eine Wettfahrt mitmachen/ beim Trockensegeln tauche ich 2mal mit dem Bug in die Welle (ca. 80 cm) ein/ ich bin erkältet und hatte gestern noch 38° Temperatur/ wenn du mitfährst, wirst du vielleicht Dritter und darfst dann wieder schreiben. Ergebnis: es ist besser ich fahr rein, morgen soll es besser werden.

Erleichtert mit meiner Entscheidung kreuze ich dann sicher in den Hafen. Allerdings legt mich der Wind jetzt über den anderen Bug aufs Wasser. Das gleiche Spiel: Aufs Schwert klettern, besorgten Charterbootfahren zuwinken, Boot aufrichten und weitersegeln. Üben lohnt sich.

In der Hoffnung dass mir im Hafen jemand helfen kann, sehe ich zuerst Bernd und dann auch Ben und Thomas. Also wenn ich gestartet wäre hätte ich schreiben müssen. Wer schreibt denn bei 2 gestarteten Booten? Die Jungs helfen mir beim Anlanden. Danke! Vom Startschiff kommt die Meldung: Windstärke 5 bis 6.

Abtakeln, Segel trocknen, umziehen, Stullen essen und im Restaurant direkt an der Rampe den Kaffee genießen, das Hafenkino beobachten und zusehen wie ab und zu jemand reingeschleppt wird.

Gegen 14:30 Uhr tauchen dann unsere beiden Könner auf. Nur eine Wettfahrt: An der ersten Tonne hat Sven knapp vor Guido geführt. Dann hat Guido einen Sonnenschuss hinbekommen. Sven ist darauf gekentert. Nach dem Aufrichten gleich noch einmal ins Wasser. Damit hatte Guido genug Vorsprung und die Wettfahrt gewonnen.

Abends gab es dann Essen und ein Getränk, was beides mit in den Startgebühren enthalten war. Ab 20:00 Uhr startete die Seglerfete mit Live-Musik in der Bootshalle. Die Stimmung soll super gewesen sein.

Am Sonntag dann die Langstrecke. Etwas wärmer als am Samstag und der Wind nur noch um die 2 – 3 Bft. Startreihenfolge wie am Samstag, aber der Start war nicht weit weg vom Hafen. Ich hatte mich an der Startlinie verzockt und bin dann am Ende unseres Feldes um die Luvmarke. Auf den Vorwindkursen lief mein Boot ganz gut und ich konnte einige Plätze gut machen. Bevor es zurückging, lag ich dann sogar hinter Guido auf Platz 2 und hatte guten Vorsprung vor Sven, der mit dem Wind nicht so viel Glück hatte wie ich.

Guido und ich fuhren mehr unter Land und hatten deutlich mehr Höhe als Sven, der den Kurs zum großen Schwerin auf die freie Wasserfläche gewählt hatte. Wir hatten weniger Welle, aber auch weniger Wind. Der drehte dann auch noch weiter, so dass Sven knapp vor Guido etwas weiter weg von mir aufkreuzte. Guido versuchte dann tiefer und schneller zu fahren, kam aber nicht vorbei. Dann wollte er Sven in ein Wendeduell verwickeln. Der ließ sich darauf aber nicht ein. So kam er mit einer Bootslänge vor Guido ins Ziel. Glückwunsch!

Meine Position – Dritter – schien sicher zu sein. Ich überlegte, ob ich vor dem Ziel warten soll und einen anderen vorlasse oder absichtlich unter Land fahre, damit ich nicht schreiben muss. Aber ich denke, dass zur Fairness auch das Akzeptieren der eigenen Leistung gehört.

Ich bin aber dafür, dass nicht mehr der 3. Platz den Bericht schreiben muss!

Also bin ich 3. bei der Pfingstpokalregatta und 3. bei der Seggerlingregatta mit einer Wettfahrt geworden.

Wir sehen uns am nächsten Wochenende auf der Schlei. Und ich werde hoffentlich nicht Dritter!

Fran Bauer

GER 210